Das Nexus

Die Anfänge des Nexus

Der Ursprung des Nexus reicht bis in das Jahr 1988 zurück. Damals wurde der heutige Trägerverein des Unabhängigen Wohn- und Kulturprojektes, der Verein zur Förderung unabhängiger Kultur e.V. gegründet. Der Vereinszweck ist, Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen, in denen Menschen die Freiräume haben, unkomerzielle Veranstaltungen und unabhängige Politik zu machen. Um diese Idee verwirklichen zu können, wurde ein Gebäude benötigt, dessen Nutzung am besten kostenlos sein sollte. Es wurden Konzerte an verschiedenen Orten organisiert, und mit mehreren Besetzungen wurde auf die fehlenden Räume aufmerksam gemacht. 1993 wurde dann das ehemalige Verwaltungsgebäude der Lutherwerke besetzt. Danach wurde sechs Jahre lang mit der Stadt verhandelt, die sich lange Zeit sträubte, bis es im Sommer 1999 doch zur Unterzeichnung eines mietfreien Nutzungsvertrages kam.

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Unverzüglich wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Dennoch dauerte die Fertigstellung des Kulturteils noch einmal fünfeinhalb Jahre, da der überwiegende Teil der Arbeiten von Vereinsmitgliedern in Eigenleistung fertig gestellt wurde, die eben keine professionellen Handwerker, sondern autodidaktisch arbeitende Idealisten sind. Lediglich die Baumaterialien wurden über Mittel der Landesarbeitsgemeinschaft für Soziokultur finanziert. Am 22. Januar 2005 fand endlich die Eröffnungsveranstaltung statt. Sie war ein großer Erfolg. Im Laufe des Tages sind über 500 Menschen durch das Nexus geströmt, um sich die fertig gestellten Räume und die Veranstaltungen anzusehen. Der Zuspruch war überwältigend. Seitdem finden im Nexus unterschiedliche Kultur- und Informationsveranstaltungen statt.

Was ist das Nexus

Selbstverständnis:

Das Nexus ist ein unabhängiges, linkes Projekt, das in Eigeninitiative aufgebaut und betrieben wird.

Unabhängig bedeutet, dass die Entscheidungen von den im Nexus Tätigen getroffen werden, ohne dass von außen Einfluss genommen werden kann. Daher wird eine Zusammenarbeit mit Parteien, Gewerkschaften und religiösen Gruppierungen kritisch gesehen und muss jedes Mal aufs Neue diskutiert werden.

Sponsoring wird prinzipiell abgelehnt, weil es auf der einen Seite den Verlust der Unabhängigkeit bedeutet und andererseits dem unkommerziellen Konzept des Projektes entgegen läuft. Das Nexus ist nicht gewinnorientiert. Die Einnahmen werden benutzt, um die Unkosten und Aufwandsentschädigungen für ReferentInnen und Bands, Kopierkosten etc. und natürlich die Nebenkosten für das Gebäude zu begleichen. Sämtliche Überschüsse fließen in das Projekt. Es ist uns deshalb gelungen, trotz immer wieder in den Verhandlungen mit der Stadt vorgebrachter Bedenken, dass das Nexus sich selbst trägt und völlig unabhängig von laufenden Zuschüssen ist.

Das Nexus bietet viel Raum für Eigeninitiative und das nicht nur durch die im Keller entstandenen Übungsräume für Bands. Auch das Café und der große Veranstaltungssaal werden seit der Eröffnung von verschiedensten kulturellen und politischen Gruppen mit Leben gefüllt. Auch “externe” Einzelpersonen und Gruppen, die ihre Ideen für Projekte oder Veranstaltungen beim wöchentlichen Hausplenum vorstellen, finden immer offene Ohren, Tipps und Hilfe und last but not least geeignete Räume zur Umsetzung. Bei den politischen Diskussions- und Informationsveranstaltungen, bei literarischen Lesungen, Theaterinszenierungen und natürlich bei der Durchführung der vielen Konzerte mit KünstlerInnen aus allen Teilen der Welt steht also der Gedanke und die Möglichkeit des Selbermachens (und dabei Lernens!) im Vordergrund. Das Nexus ist damit kein Ort passiven Konsumierens vorgeformter “Events”…

Der Thekenbereich / Cafe

Das Nexus versteht sich als ein Projekt, das für möglichst viele verschiedene Menschen offen sein soll. Es ist ein Raum, wo niemand wegen seiner/ihrer Herkunft oder des Geschlechts diskriminiert werden soll. Rassistisches, sexistisches oder in anderer Form diskriminierendes Verhalten wird deshalb nicht toleriert.

Die Menschen, die im Nexus mitarbeiten, kommen aus verschiedenen linken und alternativen Strömungen. Schon daraus ergibt sich, dass die politische Ausrichtung des Nexus eine linke und undogmatische ist.

Wichtige Entscheidungen werden bei uns nach dem Konsensprinzip gefällt. Das heißt, dass in ausgiebigen Diskussionen versucht wird, eine gemeinsame Position zu finden. Natürlich ist das anstrengender, als einfach nur eine Mehrheitsentscheidung herbeizuführen, aber so wird gewährleistet, dass bei grundsätzlichen Fragen auf alle Interessen eingegangen wird.

Das Nexus bietet allen, die diese Grundsätze teilen, einen Freiraum für kulturelle und politische Arbeit.

Die Umsetzung des Konzepts:

Alle, die sich im Nexus betätigen, machen dies freiwillig und ohne eine finanzielle Entschädigung zu erhalten. Schon allein deswegen werden keine Veranstaltungen stattfinden mit Bands, Lesenden oder Vortragenden, die zu hohe Gagen fordern. Gäste sollen einen angemessenen Eintrittspreis zahlen und KünstlerInnen stets eine faire Gage erhalten.

Da sich alle freiwillig im Nexus betätigen, ist es wichtig, dass sie sich auch mit dem Projekt identifizieren können. Deswegen findet einmal wöchentlich ein Hausplenum statt, an dem alle am Projekt Beteiligten teilnehmen können und gemeinsam Entscheidungen treffen. Somit kann das Projekt immer wieder aufs neue reflektiert und neue Ideen eingebracht werden.

Ein großer Teil des Nexus-Konzeptes wird schon umgesetzt, was an dem großen Angebot an Kultur- und Informationsveranstaltungen zu sehen ist. Da es von Anfang an das erklärte Ziel des Projekts war und ist, dass auch Leute ohne einen dicken Geldbeutel diese besuchen können, sind die Veranstaltungen von vornherein unkommerziell ausgelegt. Informationsveranstaltungen sind in der Regel für die Besucher kostenlos.

Interessiert? …einfach hinkommen und machen! Dieses Projekt wächst mit den Menschen, die ihre Ideen umsetzen.