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Solidarisch gegen die Kriminalisierung von Antifaschismus

***Wir sammeln Infos auf SOLIDARITÄT und aktualisieren die Seite schrittweise.***

Am Donnerstag, den 17.02.2022, gab es am frühen Morgen im Nexus Braunschweig eine Hausdurchsuchung.

Dem Nexus wird dabei keine Verwicklung in Straftaten oder ähnliches vorgeworfen. Jedoch wird die Durchsuchung damit begründet, dass das Nexus als Treffpunkt für die lokale linke Szene dienen soll. Bei angeblich Zugehörigen dieser linken Szene gab es zeitgleich Hausdurchsuchungen.

In einer Zeit, in der geschichtsrevisionistische, antisemitische und verschwörungsideologische Positionen tagtäglich in der Öffentlichkeit präsent sind, Journalist*innen und Politiker*innen angegriffen und bedroht werden, steht das Nexus für einen Raum, in dem sich von Rassismus, Antisemitismus und Sexismus betroffene Menschen sicherer fühlen sollen. Es soll ein Schutzraum sein für all jene, die von der Mehrheitsgesellschaft immer wieder ausgegrenzt und deren Sorgen und berechtigtes Schutzbedürfnis nicht ausreichend ernst genommen werden.

Mit seiner Lage im westlichen Ringgebiet bietet das Nexus als Akteur in der Stadteilkonferenz auch Unterstützung für Anwohner*innen, die sich von der zunehmend präsenten rechten Gewalt bedroht sehen.

Einer Entsolidarisierung treten wir entschieden entgegen. Durch immer wieder zu Tage tretenden rechtsextremen Vorfällen in Polizeibehörden sind wir über den Versuch einer Kriminalisierung antifaschistischer Strukturen und Orte nicht verwundert. Dagegen haben extrem rechte Personen trotz vielfältiger menschenverachtender Taten in den letzten Jahren kaum Repression von Polizei und Justiz in Braunschweig zu befürchten.

Wir verurteilen das eindeutig politisch motivierte Vorgehen der Staatsanwaltschaft und der Polizei. Als linkes selbstverwaltetes Kulturzentrum stehen wir natürlich für konsequenten Antifaschismus und solidarisch an der Seite all jener, die Nazis und Faschist*innen entgegentreten. Dass sich in der Verantwortungsübernahme für ein „Nie wieder“ auf den Staat nicht verlassen werden kann, ist seit der Gründung der BRD bittere Realität. Die Morde in Hanau, Halle, an Lübcke und der NSU-Komplex sind nur die Spitze des Eisberges extrem rechter Gewalt in Deutschland der letzten Jahre. 

Das Nexus bietet Platz für Menschen, die für eine solidarische, gerechte und offene Gesellschaft einstehen. Sei es auf der Bühne, oder als Gast einer der vielfältigen Kulturveranstaltungen. Diesen Versuch, das Nexus und die solidarisch handelnden Menschen zu kriminalisieren, werden wir nicht hinnehmen. Seit 2005 haben wir wöchentlich geöffnet, sind ein aktiver und anerkannter Akteur im Westlichen Ringgebiet und überregional als Kulturort bekannt. Wir bedanken uns schon jetzt bei allen Menschen, die ihre Solidarität mit uns gezeigt haben und zeigen werden. Wir sind froh, dass ihr uns den Rücken stärkt – das Nexus bleibt ein unkommerzieller und sicherer Raum, in dem Kultur für viele Menschen und auf Augenhöhe stattfindet.

Das Hausplenum

Stadtteilkonferenz zum Naziproblem

Unsere Stadtteilkonferenz Westliches Ringgebiet verabschiedete am 09.09.21 auf einer öffentlichen Sitzung mitten auf dem Frankfurter Platz folgendes Papier ans Dezernat 2. Es geht um die Versammlung der Nazis am 07.09.21 vor der Helenenstraße 32.

Sehr geehrter Herr Dr. Kornblum,


die Stadtteilkonferenz Westliches Ringgebiet hat bei Ihnen für die Zeit vom 06.09.21 bis 10.09.21 Aktionstage für die Vielfalt auf dem Frankfurter Platz angemeldet. Der Hintergrund ist Ihnen bekannt und bereits zu einem frühen Zeitpunkt haben wir Ihrer Behörde dazu eine Stellungnahme der Stadtteilkonferenz zugeschickt.

Die Genehmigung unserer Veranstaltungen, bestehend aus kulturellen Angeboten, Gesprächen mit Bewohner*innen, kulinarischen Genüssen etc., – ist wie seit 30 Jahren üblich -, ohne Probleme mit dem Ordnungsamt besprochen und genehmigt worden. Wer sich mit einem eigenen Angebot beteiligen möchte, meldet sich zur Abstimmung bei der Stadtteilkonferenz.

Wir waren schockiert, als wir am Dienstag aufbauen wollten und uns ein Pulk von bekannten gewalttägigen Nazis einschließlich des Polizeiaufgebots gegenüberstand.

Geplant war an dem Tag u. a. mit Line-Dance, klassischem Klavierkonzert (Kinderklassik) und div. Infoständen zu starten. Die Nazis haben ihren lautstarken Rechtsrock und ihre menschenverachtenden Parolen immer wieder hinausposaunt und damit das Fest erheblich gestört.

Der Abzug der Nazis wurde dann mit Parolen wie „Wir kriegen Euch Alle“ begleitet – es waren viele Kinder zugegen!!!

Diese diffuse Anspannung (Nazis gegenüber, umringt von mind. 4 Einsatzfahrzeugen der Polizei) auf dem Fest der Vielfalt ist scheinbar das Ergebnis des Wegschauens und nicht Zuhörens seitens der Verantwortlichen in der Stadt Braunschweig, wenn es darum geht, den Nazis klare Grenzen aufzuzeigen. In der Berichterstattung der Braunschweiger Zeitung vom 08.09.21 legitimiert der Stadtsprecher die Entscheidung des Ordnungsamtes, den Aufmarsch der Rechten dort zu genehmigen.

Wir gehen davon aus, dass Ihrer Behörde nicht bekannt war, dass in der Helenenstraße 32 (Versammlungsort der Nazis) eine Beratungsstelle für psychisch Kranke von Ambet ist, die zu dieser Zeit für ihre Kund*innen geöffnet war – ein weiteres absolutes NoGo!!

Dass die Nazis eine Versammlung am 03.09.2021 in Ihrer Behörde angekündigt haben und Sie diese Information nicht an die Veranstalter*innen weitergeleitet haben, scheint uns respektlos gegenüber dem Engagement der Anwohner*innen und den Akteur*innen des westlichen Ringgebiets.

Es gibt einen hohen Klärungsbedarf und eine Reihe von offenen Fragen und wir sind im Sinne einer weiteren guten und konstruktiven Zusammenarbeit daran interessiert, diese zu klären.

8.Mai – aktiv erinnern

Wir sind Teil des Braunschweiger Bündnis gegen Rechts. Wir laden am 8. Mai um 11 Uhr ein zur Gedenkveranstaltung auf dem Gelände der Gedenkstätte KZ-Außenlager Schillstraße ein.

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Wir gedenken. Und wir feiern:
76 Jahre Befreiung von der Unterdrückung durch Nazis.

Glänzen gegen das Vergessen

Wir wollen am 8.Mai gemeinsam alle Stolpersteine in Braunschweig zum Glänzen bringen. Wir haben euch alle notwendigen Informationen in der Rubrik „8mai“ zusammengestellt:

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Und es wurden extra Putz-Pakete für euch vorbereitet. ihr bekommt sie direkt nach der Gedenkveranstaltung an der Schillstraße und von 13 bis 16 Uhr beim LOT Theater.

April 2021

Unser Beitrag für die Neue Westpost

Liebe Nachbarschaft,

Wir alle engagieren uns in unserer Freizeit im Nexus, damit es diesen nichtkommerziellen Do-It-Yourself-Raum gibt. Das heißt: wir bringen uns gemeinsam bei Veranstaltungen zu organisieren und durchzuführen, damit es im Westlichen Ringgebiet viele günstige oder gar kostenlose Veranstaltungen aus Bereichen wie Kunst, Kultur, Politik, Theater und Soziales gibt. Und wir teilen unser Wissen und unterstützen andere Menschen dabei, selbstorganisierte Veranstaltungen durchführen zu können. 

Deshalb ist das Projekt Nexus ein politischer Freiraum im Westlichen Ringgebiet – ein aktiver Ort zum zusammenkommen, austauschen, entspannen, auspowern, Wissen und Fähigkeiten teilen und sich gegenseitig unterstützen.

rien ne va plus

Wir haben das Nexus – mit minimalen Ausnahmen – seit einem Jahr geschlossen und das bedeutet: ein Jahr lang keine Kneipen, keine „Küche für alle“, keine Konzerte, keine Partys, kein Spielecafé, keine Mottokneipe und keine Infoabende, Vorträge und Diskussionen. Und damit keine Möglichkeit, hier von- und miteinander zu lernen.

Das heißt aber nicht, dass die Aktiven im Haus seitdem untätig sind!

Die Zukunft wird,
was wir draus machen

Spätestens seit Herbst 2020 war abzusehen, dass solidarische Antworten auf die Krise ignoriert, Menschen mit der anhaltenden Krisensituation allein gelassen werden und eine Verbesserung der Situation nicht in Aussicht ist. Wir haben uns auch damit vertraut machen müssen, dass es noch lange dauern wird, bis wir wieder zusammenkommen und feiern können und so ganz nebenbei auch nicht die laufenden Kosten des Hauses decken können.

Wir haben die letzten Wochen und Monaten wie so viele andere genutzt, um auszumisten, aufzuräumen und lang aufgeschobene Projekte anzugehen. Anders als das Aufräumen und Renovieren im Privaten machen wir dies nicht nur gegen Vereinsamung und den Corona-Blues, sondern eben auch, um euch Bewohner*innen von Braunschweig und vor allem aus dem Westlichen Ringgebiet möglichst schnell neue Angebote zu schaffen, trotzt Corona Kultur zu genießen, Geselligkeit zu erleben und mit anderen Menschen zusammenkommen.

Träume brauchen in Krisen-situationen veränderte Räume

Definitiv außerhalb unserer finanziellen Möglichkeiten liegt die immer offensichtlicher notwendig werdende, nachhaltige Anpassung des Nexus an komplett veränderte Hygienemaßnahmen. Wir wollen den Außenbereich stärker für verschiedenste Veranstaltungsformate nutzbar machen. 

Deshalb hieß es wochenlang intensiv: die Köpfe zusammenstecken, Expert*innenwissen einholen, Konzepte und Szenarien durchspielen, über Unterstützungsmöglichkeiten informieren, Baumaßnahmen bis ins Detail planen, Kostenvoranschläge einholen, Preise und Qualität vergleichen, das Ganze evaluieren, Anträge formulieren und abstimmen und letztendlich auch fristgerecht einreichen.

Solidarischer Hof
statt geschlossener Türen

Und im März 2021 kamen die guten Nachrichten ins Haus: all der Aufwand hat sich gelohnt und wir erhalten die dringend nötige Unterstützung. Durch Fördergelder des Programms Neustart Kultur sowie der Mittel aus dem WRG-Verfügungsfonds konnten wir nun Materialien anschaffen, mit denen wir u.a. eine Bühne für draußen sowie eine Theke selber bauen können. Jetzt heißt es Beton anmischen, Holz behandeln und jede Menge bauen. 🔨🗜️🔧
Wir sind voller Vorfreude, euch in der kommenden Ausgabe schon einige Ergebnisse präsentieren zu dürfen.

Diese Förderung ermöglicht uns, unseren großen Hof für Open-Air-Veranstaltungen zu nutzen – von kleinen Konzerten und Matinées über die solidarische Werkstatt bis hin zu Spielecafés, Vorträgen und Lesungen oder ganz normalen Kneipen und Küfas. All das werden wir anbieten und durchführen können, sofern Corona und die einhergehenden Öffnungsregelungen es uns erlauben. 

Auf hoffentlich bald im Nexus

Wichtig ist uns, dass ihr das Nexus mit einem guten Gefühl und sicher nutzen könnt und durch das Open-Air Angebot wird das Risiko, sich mit Covid-19 anzustecken, auf ein Minimum reduziert.

Wir blicken bei all den gefährdenden politischen Entscheidungen zumindest für unseren Außenbereich etwas optimistischer in die Zukunft und verbleiben mit der gewohnten Bitte, 🤝solidarisch zu bleiben,
und mit nachbarschaftlichen Grüßen ✌️

Das Nexus

# Wir sind alle Antifa!

Jetzt Solidarität zeigen und die Niedersächsische Erklärung gegen das geplante Verbot antifaschistischer Gruppen in Niedersachsen unterzeichnen.

Gemeinsam für die befreite Gesellschaft und ein gutes, schönes und sicheres Leben für alle Menschen. Solidarisch für ein Ende der alltäglichen Gewalt, die Menschen durch extrem rechten Terror erleiden. Antifaschismus bleibt auch 2021 leider noch notwendig und überlebenswichtig. Entschlossen für ein Ende der strategischen Kriminalisierung von antifaschistischem Engagement im postnationalsozialistischen Deutschland durch die Neue Rechte und all ihre Handlanger*innen!

Nachbarschaftshilfe – let’s keep each other safe!

Praktische Solidarität gegen Vereinzelung – wir organisieren erneut direkte Nachbarschafts-Hilfe im Westlichen Ringgebiet – gesammelte Hintergrundinfos gibt es hier in der Rubrik „WRG solidarisch“.

🚲 Wir unterstützen bei Post- und Apothekengängen oder Einkäufen, damit Risikogruppen und ihre Angehörigen sicher Zuhause bleiben können.

✌️ Wir sind Aktive und Freund*innen des selbstverwalteten Kulturzentrums NEXUS und Bewohner*innen des WRGs. Viele von uns genießen das Privileg, nicht zu Risikogruppen zu gehören. Wir alle achten penibel auf die Einhaltung von Hygiene-Maßnahmen, um andere und uns zu schützen.

Wenn ihr Unterstützung benötigt, meldet euch gerne bei uns: 📧 am besten per E-Mail an nachbarschaft [at] dasnexus.de und ☎️ Montag bis Freitag von 15-18 Uhr zusätzlich telefonisch unter 0531 280 90 66.

☝️ Um die Telefon-Leitung nicht für (ältere) Hilfesuchende zu blockieren, bitte alle Unterstützungs-Angebote schriftlich per Mail schicken oder in die Facebook-Gruppe Coronahilfe Braunschweig eintreten. Dort werden stadtweite Hilfsgesuche verteilt.

👁️ Schaut bitte auch bei euch Zuhause genauer hin, wie es den Nachbar*innen geht. Wir empfehlen erneut 📋 Listen zum Eintragen von Hilfsbereitschaft und Supportbedarf im gut gelüfteten Hausflur aufzuhängen. Ebenfalls verweisen wir nochmal auf unsere zusammengestellten 📞🗣️ Hilfenummern, die wir aber auch nochmal explizit teilen werden.

Mit solidarischen Grüßen Euer NEXUS-Kollektiv & Friends

Uns geht’s gut

Hallo, wir möchten euch kurz eine „Wasserstandsmeldung“ vom Nexus Braunschweig geben:

Wir werden alle Veranstaltungen bis einschließlich 15. Mai 2020 absagen. Ob (und in welcher Größenordnung) Kneipen, Konzerte, Partys, etc. ab Mitte Mai stattfinden können (bzw. verantwortbar sind), hängt von den aktuellen Entwicklungen rund um Covid-19 ab. Wir halten euch da auf dem Laufenden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist euch zu sagen: Aktuell fehlen uns natürlich Einnahmen, um die monatlichen Fixkosten zu zahlen, aber durch Rücklagen und durch Hilfe des Fördervereins für ein unabhängiges Kulturzentrum in Braunschweig ist die Existenz des Nexus in keiner Weise bedroht!

Ihr könnt allerdings Mitglied im Förderverein werden um das Nexus und die DIY-Kultur vor allem nachhaltig zu unterstützen und dadurch alternative kulturelle und politische Angebote in Braunschweig für möglichst jeden Geldbeutel zu ermöglichen.

Wir sehen uns aber in der privilegierten Lage, keinen Spendenaufruf starten zu müssen – aktuell gibt es genug Menschen, Inititativen und linke (Frei-) Räume, deren Existenz massiv bedroht ist. Supportet vor allem die und wenn dann noch was für uns übrig ist freuen wir uns natürlich auch!

Liebe Grüße vom Nexus Braunschweig
Bleibt gesund, bleibt solidarisch – wir freuen uns auf euch!

Nachbarschaftshilfe aus dem Nexus


Du brauchst wegen Corona-bedingter Einschränkungen Hilfe oder möchtest dich genauer über Nachbarschaftshilfe informieren? Schau in unserer Rubrik „WRG solidarisch“ vorbei und teile dein Wissen gern.